Verbot von Blitzknallsätzen

| Kommentare: 0

Das Pyrotechnik-Gesetz 2010 regelt, dass Blitzknallsätze ab dem 4. Juli 2013 nicht mehr überlassen (also auch nicht mehr verkauft bzw. in den Verkehr gebracht) werden dürfen. Die Verwendung und der Besitz sind dann ab dem 4. Juli 2017 verboten (§ 34 iVm § 47 Abs. 6 Pyrotechnik-Gesetz 2010).

Die davon erfassten Blitzknallsätze sind alle pyrotechnischen Gegenstände der Kategorie F2, die als Knallsatz einen Blitzknallsatz (zur Knallerzeugung) enthalten. Hintergrund für das Verbot ist der „unzumutbare Lärm und die erhöhte Verletzungsgefahr“, wie es die Erläuternden Bemerkungen zum § 34 Pyrotechnik-Gesetz auf den Punkt bringen.

Blitzknallsätze sind Metallknallsätze und bestehen aus einem starken Oxidationsmittel (idR auf Basis von Kaliumperchlorat) und einem oder mehreren sehr feinen Metallpulvern (Aluminium, Magnesium, Titan oder deren Legierungen). Neben dem lauten Knall bewirkt die bei Zündung erreichte hohe Explosionstemperatur auch eine blitzähnliche Lichterscheinung. In aller Regel sind dies Kracher mit einem Reibkopf versehen. Zu den Blitzknallsätzen gehören beispielsweise Produkte der Kat. F2 mit folgenden Handelsbezeichnungen:

  • Schweizerkracher
  • 3-Schlag-Kracher
  • Piraten
  • Kobra-Kracher und viele mehr.

Da es in der Praxis die unterschiedlichsten Bezeichnungen gibt, empfiehlt sich jedenfalls die Kontaktaufnahme mit dem Lieferanten, welche Produkte vom Überlassungsverbot konkret erfasst sind.

Ein Verstoß gegen das Überlassungsverbot (und in weitere Folge das Verwendungs-/Besitzverbot) ist mit einer Geldstrafe von bis zu € 3.600.- bzw. einer Freiheitsstrafe bis zu drei Wochen bedroht.

Ergänzender Hinweis:
Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2, die als Knallsatz andere Knallsätze (zB Schwarzpulver, Bariumnitrat) enthalten, sind von diesem Verbot nicht erfasst.

Hinterlasse eine Antwort

XHTML: Sie können diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>